Datenschutz und emotionale Sicherheit

Zukunftsentwürfe können sehr persönliche und verletzliche Inhalte enthalten. Sie berühren biografische Erfahrungen, Wünsche, Ängste und Konflikte. Die Masterarbeit thematisiert deshalb ausdrücklich einen verantwortlichen Umgang mit Daten. Im Mittelpunkt steht das Prinzip der Datensparsamkeit: Es sollen nur diejenigen Informationen erfasst werden, die für den konkreten Prozess der Zukunftsgestaltung nötig sind. Personenbeziehbare Daten werden reduziert, wo immer es möglich ist, und nicht ohne klare Begründung erhoben.

Ein weiterer Kernaspekt ist das Einverständnis. Teilnehmende sollen nachvollziehen können, wofür ihre Eingaben genutzt werden, wie lange sie gespeichert bleiben und ob sie in anonymisierter Form in Auswertungen einfließen. Einwilligungen werden nicht vorausgesetzt, sondern transparent eingeholt und sind widerrufbar. Wo kollektive Analysen oder Forschungszwecke eine Rolle spielen, werden Daten nach Möglichkeit anonymisiert oder pseudonymisiert, um Rückschlüsse auf einzelne Personen zu vermeiden.

Neben formalen Datenschutzfragen rückt die Arbeit die emotionale Sicherheit der Teilnehmenden in den Vordergrund. Zukunftsarbeit kann intensive Gefühle auslösen. Deshalb sollen Settings und Tool so gestaltet sein, dass Menschen nicht überfordert werden und jederzeit Grenzen setzen können. Das bedeutet, dass Fragen optional bleiben, Inhalte ausgelassen werden dürfen und keine Bewertung durch das System erfolgt.

Ein wichtiges Gestaltungsprinzip ist die Möglichkeit, Beiträge zu ändern, zurückzuhalten oder zu löschen. Teilnehmende behalten die Kontrolle darüber, welche Zukunftsbilder sichtbar werden, mit wem sie geteilt werden und was privat bleiben soll. Das Tool muss diese Entscheidungen technisch unterstützen, zum Beispiel durch lokale Speicherung, klare Löschfunktionen und nachvollziehbare Exportwege.

Datenschutz und emotionale Sicherheit sind damit nicht nur rechtliche Rahmenbedingungen, sondern zentrale Bausteine von Responsible UX im Projekt Imagine Utopia. Sie stellen sicher, dass utopische Praxis ein Schutzraum bleibt, in dem Menschen offen mit ihren Zukunftsvorstellungen experimentieren können, ohne befürchten zu müssen, dass diese gegen ihre Interessen verwendet oder dauerhaft festgeschrieben werden.