Die Masterarbeit wertet Rückmeldungen aus Workshops, Gesprächen und Beobachtungen aus. Viele Teilnehmende berichten, dass sie selten so konkret über ihre eigene Zukunft nachgedacht haben. Die Kombination aus Bildern, persönlichen Reflexionen und Gesprächen eröffnet einen Zugang, der im Alltag meist fehlt. Die visuelle Ebene erleichtert es, Gedanken zu sortieren, während der soziale Austausch neue Perspektiven sichtbar macht.
In den Evaluationen wird deutlich, dass Zeit und Atmosphäre zentrale Faktoren sind. Menschen benötigen Momente der Ruhe, um in einen imaginativen Modus zu wechseln, und ein Setting, das Sicherheit vermittelt. Ebenso wichtig ist die Möglichkeit, Zukunftsvorstellungen in dialogischen Formen zu teilen: Resonanz von anderen schafft Klarheit und erweitert den eigenen Blick.
Diese Erfahrungen fließen direkt in die Gestaltungsprinzipien für das digitale Tool ein. Imagine Utopia soll nicht die soziale oder atmosphärische Qualität der Workshops ersetzen, sondern sie technisch unterstützen. Das bedeutet: offene Fragen statt enger Vorgaben, Raum für Pausen, freiwillige Teilhabe, Schutz sensibler Inhalte und Funktionen, die Austausch ermöglichen, ohne Druck aufzubauen.
Evaluation wird hier als lernorientierter Prozess verstanden. Sie dient nicht der Optimierung eines Produkts, sondern dem Verständnis utopischer Praxis: Welche Strukturen helfen Menschen, eigene Zukunftsbilder zu entwickeln? Wo entstehen Barrieren? Wie kann ein Tool diese Prozesse stärken, ohne sie zu überformen? Die Rückmeldungen aus der Praxis bilden damit eine zentrale Grundlage für die weitere Ausarbeitung der Imagine Utopia-Architektur.